März 2025

250309

ENERGIE-CHRONIK


ProSiebenSat1 verkauft den Tarifvergleicher Verivox an italienischen Eigentümer

Der auf populäre Unterhaltung spezialisierte Fernsehkonzern ProSiebenSat1 Media SE teilte am 21. März mit, dass er den in Heidelberg ansässigen Tarifvergleicher Verivox GmbH an die italienische Moltiplay Group S.p.A. verkauft hat. Der neue Eigentümer wird Verivox in seine Mavriq-Sparte integrieren, die derzeit 19 Online-Vergleichs- und Vermittlungsdienste in Italien, Spanien, Frankreich, Niederlande und Mexiko bündelt. Dem Verkauf liege ein Eigenkapitalwert von Verivox in Höhe von 232 Millionen Euro zu Grunde. Auf Nachfrage hieß es dazu, dass sich auch der Verkaufpreis in dieser Höhe bewege, aber aufgrund einer entsprechenden Vereinbarung mit dem Käufer nicht genau beziffert werde. Hinzu kommt eine eventuelle Nachzahlung von bis zu 43 Millionen Euro, die an die Ertragslage von Verivox im laufenden Geschäftsjahr gekoppelt ist

Verivox gehörte bisher zur NuCom Group, einer Tochtergesellschaft von ProSiebenSat.1, an der auch der global operierende Finanzinvestor General Atlantic mit 28,4 Prozent beteiligt war. ProSiebenSat.1 wurde nun alleiniger Eigentümer von NuCom Group. Im Zuge dieser Entflechtung sieht der Kaufvertrag mit dem Verivox-Erwerber Moltiplay vor, dass auch General Atlantic eine eventuelle Zahlung von bis zu 17 Millionen Euro erhält, falls sich die Ertragslage des Tarifvergleichers im laufenden Geschäftsjahr entsprechend günstig entwickelt.

Großaktionär des Fernsehkonzerns verlangt Trennung von "Randaktivitäten"

Über einen bevorstehenden Verkauf von Verivox wurde seit längerem spekuliert. So berichtete das "Handelsblatt" vor einem Jahr, dass der italienische Großaktionär Media For Europe (MFE), der 2019 bei ProSiebenSat1 einstieg und inzwischen 29,99 Prozent der Anteile hält, eine Trennung von "Randaktivitäten" verlange. Die Italiener seien nur am Fernseh-Kerngeschäft interessiert und forderten seit längerem, Beteiligungen wie das Dating-Portal Parship, den Online-Parfümhändler Flaconi oder das Vergleichsportal Verivox loszuschlagen. Der Fernsehkonzern erziele seine Einnahmen hauptsächlich durch Werbung, wobei das Entertainment-Geschäft mit dem Streamingdienst Joyn zwei Drittel des Konzernumsatzes und 80 Prozent der Gewinne einbringe.

Aber auch dieses Kerngeschäft ist inzwischen so schwierig geworden, dass ProSiebenSat1 im vergangenen Jahr 400 Mitarbeitern kündigte, was zehn Prozent der Belegschaft entsprach. Mit weiterem Stellenabbau ist zu rechnen. Der Streamingdienst Joyn hat momentan das Problem, dass ZDF und ARD ihm untersagt haben, ihre Mediatheken kostenlos in das eigene Angebot einzubeziehen, um es attraktiver zu machen.

 

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